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Maltipoo

Lesedauer 25 min
Ausgewachsener Maltipoo mit apricotfarbenem Lockenfell steht aufmerksam auf hellem Boden und blickt in die Kamera

Zwei Maltipoo-Welpen aus demselben Wurf können als erwachsene Hunde 25 oder 35 Zentimeter groß werden, drei oder acht Kilo wiegen und völlig unterschiedliches Fell tragen. Der eine bleibt lockig, beim anderen wächst das Haar glatt nach.Ein Maltipoo ist eine Kreuzung aus einem Malteser und einem Pudel, meist einem Toy- oder Zwergpudel. Keine Rasse, kein Standard, kein Zuchtverband. Beim Malteser und beim Pudel weißt du deshalb ziemlich genau, was in zwei Jahren vor dir steht. Beim Maltipoo kaufst du eine Wahrscheinlichkeit. Für 1.500 bis 3.500 Euro bekommst du rechtlich gesehen einen Mischling.

Der Hund selbst ist dabei nie das Problem. Ein Maltipoo aus guter Zucht ist ein fröhlicher, anhänglicher Begleiter, der zu vielen Menschen hervorragend passt. Die Fragen, die sich bei dieser Kreuzung stellen, betreffen nicht ihn. Sie betreffen die Art, wie er vermarktet, wie wir mit Hunden umgehen und wie er vermehrt wird.

Steckbrief: Maltipoo

  • Größe: 20 bis 35 cm Schulterhöhe, je nach eingesetzter Pudelvarietät
  • Gewicht: ca. 2,5 bis 10 kg
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Herkunft: USA, gezielte Verpaarungen seit den 1980er Jahren
  • FCI-Gruppe: keine. Der Maltipoo ist keine anerkannte Rasse und gilt rechtlich als Mischling
  • Elternrassen: Malteser und Toy-, Zwerg- oder Kleinpudel
  • Fell: mittellang, wellig bis lockig, ohne Unterwolle, neigt stark zum Verfilzen, regelmäßiges Trimmen nötig
  • Farben: weiß, creme, apricot, braun, grau, schwarz, auch zweifarbig oder gescheckt
  • Bewegungsbedarf: moderat (etwa 1 Stunde täglich plus Kopfarbeit)
  • Anfängergeeignet: ja, mit Einschränkungen
  • Verträglich mit Kindern: ja bei guter Sozialisation, wegen der geringen Größe ist Rücksicht nötig
  • Verträglich mit anderen Hunden: meist unkompliziert
  • Ernährungsbesonderheiten: kleiner Magen, Tagesration auf mehrere Portionen verteilen, Zahngesundheit und Gewicht im Blick behalten

Cremefarbener Maltipoo Welpe rennt mit heraushängender Zunge über eine sommerliche Rasenfläche

Was ist ein Maltipoo?

Ein Maltipoo ist ein Mischling aus Malteser und Pudel, in aller Regel einem Toy- oder Zwergpudel. Der Name ist ein Kunstwort aus dem englischen Maltese und Poodle. Bis heute ist er ist keine eigenständige Hunderasse. Weder die FCI noch der VDH erkennen ihn an, es gibt keinen Rassestandard und keinen Zuchtverband, der Zuchtziele oder verpflichtende Gesundheitsuntersuchungen festlegt. Das alles ist keine Formalie, sondern der Grund für fast alles, was in diesem Artikel folgt.

Bei einer anerkannten Rasse legt ein Standard fest, wie groß ein Hund wird, wie sein Fell aussieht und welche Untersuchungen Zuchttiere brauchen. Beim Maltipoo legt das niemand fest. Jeder Wurf ist eine neue Mischung aus zwei Rassen.

Dazu kommt die Generationenfrage. Ein Welpe aus der ersten Kreuzung von Malteser und Pudel heißt F1. Werden zwei Maltipoos miteinander verpaart, entsteht die zweite Generation, F2. Anders als viele erwarten, wird die Verteilung der Merkmale dabei nicht enger, sondern breiter. Größe, Fellstruktur und Wesen streuen in späteren Generationen also eher noch stärker.

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Wann ist ein Maltipoo ausgewachsen und wie groß wird er?

junger Maltipoo liegt auf einem Fliesenboden und kaut auf einer blau-weißen Socke herum

Körperlich ist ein Maltipoo meist mit 10 bis 12 Monaten ausgewachsen, charakterlich braucht er länger. Impulskontrolle und Stresstoleranz reifen oft bis ins zweite Lebensjahr. Die Endgröße liegt je nach eingesetzter Pudelvarietät bei etwa 20 bis 35 Zentimetern und 2,5 bis 10 Kilogramm. Wurde ein Toypudel verpaart, bleibt der Hund kleiner, bei einem Zwerg- oder Kleinpudel wird er größer.

Eine Sache überrascht viele Halter im ersten Jahr: Das Fell ändert sich. Das weiche Welpenhaar wird meist zwischen dem achten und zwölften Monat vom Erwachsenenfell abgelöst, das oft dichter und deutlich verfilzungsanfälliger ist. Genau in dieser Phase melden sich die meisten Hundefriseure mit schlechten Nachrichten. Wer vorher schon täglich bürstet, kommt gut durch.

Charakter und Wesen

Der Maltipoo gilt als freundlicher, verspielter Hund mit starker Menschenbindung, der die Nähe zu seiner Bezugsperson sucht und gern lernt. Vom Pudel bringt er häufig Intelligenz und Arbeitsfreude mit, vom Malteser ein sanftes, geselliges Wesen. In der Summe ergibt das oft einen aufgeweckten kleinen Hund, der schnell begreift und gern gefällt.

Ein Wort zur Vorsicht gehört aber dazu: Weil kein Standard existiert, ist der Charakter weniger vorhersehbar als bei einer anerkannten Rasse. Ein Maltipoo mit starkem Pudelanteil kann deutlich aktiver und fordernder sein als einer, bei dem der Malteser dominiert. Wer sich auf eine Kreuzung einlässt, sollte die Elterntiere kennenlernen. Deren Wesen sagt mehr aus als jede allgemeine Rassebeschreibung.

Was viele unterschätzen: Der Maltipoo ist kein Hund, der gern lange allein bleibt. Beide Elternrassen sind ausgesprochen menschenbezogen. Trennungsstress ist ein häufiges Thema. Vier bis sechs Stunden Alleinsein gelten als Obergrenze. Selbst das will geübt sein.

Bellt ein Maltipoo viel?

Ein Maltipoo kann bei Aufregung oder neuen Reizen durchaus lautstark reagieren, ist aber nicht zwangsläufig ein Dauerbeller. Wie viel ein einzelner Hund bellt, hängt von Veranlagung, Sozialisation und Training ab. Wer früh übt, dass nicht jedes Geräusch im Treppenhaus eine Meldung wert ist, hat später deutlich weniger Thema damit.

Herkunft

Der Maltipoo entstand in den 1980er Jahren in den USA aus gezielten Kreuzungen von Maltesern und Pudeln, mit dem Ziel, einen kleinen Begleithund zu schaffen, der möglichst wenig haart. Die Idee dahinter ist älter und stammt aus der Doodle-Bewegung, die ihren Ausgang in Australien nahm.

Und da gibt es eine Geschichte, die man kennen sollte. Wally Conron kreuzte 1989 als Zuchtleiter der australischen Blindenführhund-Organisation erstmals gezielt Pudel und Labrador, weil der Ehemann einer blinden Frau auf Hunde allergisch reagierte. Der Labradoodle war geboren und mit ihm der weltweite Doodle-Boom. Jahrzehnte später sagte Conron im australischen Rundfunk, er habe damit eine Büchse der Pandora geöffnet (3). Die Entwicklung bezeichnete er als das Bedauern seines Lebens. Sein Kritikpunkt war nie der einzelne Hund, sondern das, was der Markt daraus gemacht hat: massenhafte Verpaarungen ohne genetisches Wissen und ohne Gesundheitsuntersuchungen.

Wer einen Hund mit planbarem Aussehen und Wesen sucht, ist bei einer anerkannten Rasse deshalb schlicht besser aufgehoben. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Wahrscheinlichkeit.

Ist der Maltipoo eine Qualzucht?

Der Maltipoo ist in seiner normalen Form keine Qualzucht, weil ihm die typischen Extremmerkmale fehlen: Er hat weder einen verkürzten Schädel noch übermäßige Hautfalten oder einen überlangen Rücken. Die tierschutzrechtlichen Probleme entstehen an anderer Stelle, nämlich dann, wenn auf extreme Kleinheit gezüchtet wird oder wenn Gesundheitsuntersuchungen komplett wegfallen. Beides ist beim Maltipoo verbreitet genug, um darüber zu sprechen.

Teacup und Mini: hier wird es tierschutzrelevant

Wenn gezielt auf extrem kleine Hunde gezüchtet wird, wird es tierschutzrechtlich heikel. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchtformen, bei denen beim Nachwuchs Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten sind (4). Eine feste Kilogramm-Grenze nennt das Gesetz nicht. Das Qualzuchtgutachten der Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht führt beim Zwergwuchs aber ausdrücklich die Folgen auf, die damit einhergehen können: Wasserkopf, nicht schließende Fontanellen am Schädel, Fehlstellungen von Knochen und Gelenken sowie Schwergeburten (5). Dazu kommen bei sehr kleinen Hunden Unterzuckerung und Zähne, die in einem zu kleinen Kiefer keinen Platz finden. Begriffe wie Teacup, Micro oder Mini sind deshalb Verkaufsargumente, keine Qualitätsmerkmale. Wer sie im Inserat liest, sollte weitersuchen.

Kein Standard bedeutet keine Pflichtuntersuchungen

Weil der Maltipoo von keinem Zuchtverband anerkannt ist, gibt es für seine Zucht keine verbindlichen Auflagen. In einer FCI-geführten Zucht sind Untersuchungen der Kniescheiben, der Augen und je nach Rasse Gentests vorgeschrieben. Beim Maltipoo hängt all das allein am guten Willen des Züchters. Es gibt sehr sorgfältige Züchter, die freiwillig alles untersuchen lassen. Es gibt auch das Gegenteil. Als Käufer musst du diesen Unterschied selbst herausfinden, denn kein Verband nimmt dir das ab.

Der Mythos vom gesünderen Mischling

Eine Kreuzung ist nicht automatisch gesünder als ein Rassehund. Malteser und Zwergpudel bringen in weiten Teilen dieselben Veranlagungen mit, etwa für Patellaluxation und für Augenerkrankungen. Was bei beiden Elternrassen vorkommt, verschwindet durch die Kreuzung nicht, sondern wird zuverlässig weitergegeben.

Belegt ist das inzwischen auch mit Zahlen. Ein Forschungsteam des Royal Veterinary College in London hat 2024 die Gesundheit der drei häufigsten Pudel-Kreuzungen mit der ihrer Elternrassen verglichen, also Cockapoo, Labradoodle und Cavapoo (1). Der Maltipoo war nicht Teil der Untersuchung, das Prinzip ist aber dasselbe. Das Ergebnis widerspricht dem Werbeversprechen deutlich: Die Kreuzungen waren nicht gesünder. Bei Ohrentzündungen schnitten sie sogar schlechter ab als die reinrassigen Elterntiere, alle drei gehörten zu den zehn Hundetypen mit der höchsten Rate an äußerer Ohrentzündung. Für einen Hund mit Schlappohren und dichtem Haar im Gehörgang ist das keine Randnotiz.

Hypoallergen ist ein Verkaufsversprechen, kein medizinischer Fakt

Es gibt keine hypoallergenen Hunde, auch keinen hypoallergenen Maltipoo. Darauf weisen Allergologen übereinstimmend hin. Die wichtigsten Allergene, allen voran das Protein Can f 1, sitzen in Speichel und Hautschüppchen, nicht im Haar. Eine US-amerikanische Studie hat den Staub in 173 Haushalten mit jeweils einem Hund untersucht und die Can-f-1-Werte verglichen (2). In Wohnungen mit sogenannten hypoallergenen Rassen war die Allergenbelastung nicht niedriger als in allen anderen. Ein Maltipoo haart oft wenig, das stimmt. Allergiefrei macht ihn das nicht. Wer wegen einer Allergie kauft und dann Symptome entwickelt, gibt den Hund im schlimmsten Fall wieder ab. Auch das trifft am Ende den Hund.

Weißer Maltipoo läuft über einen Weg und zeigt dabei seinen kompakten Körperbau in voller Größe

Warum kein Maltipoo? Die ehrlichen Nachteile

Gegen einen Maltipoo sprechen vor allem drei Dinge: der aufwendige Fellunterhalt, die schwer einschätzbare Zuchtlage und die Unvorhersehbarkeit von Größe, Fell und Wesen. Dazu kommt ein Preisniveau, das in keinem Verhältnis zur fehlenden Zuchtkontrolle steht. Wer sich dieser Punkte bewusst ist und trotzdem bewusst zugreift, macht nichts falsch. Wer sie überliest, erlebt Überraschungen.

Das Fell ist der am meisten unterschätzte Punkt. Ein Maltipoo hat keine Unterwolle und verliert kaum Haare, was praktisch klingt. In Wirklichkeit heißt es, dass abgestorbenes Haar im Fell hängen bleibt und verfilzt, wenn nicht mehrmals pro Woche gebürstet wird. Verfilzungen ziehen an der Haut und tun weh. Alle paar Monate steht zusätzlich ein Termin beim Hundefriseur an. Rechne mit laufenden Kosten und mit Zeit, die täglich anfällt.

Der zweite Punkt ist die Herkunft. Die hohe Nachfrage hat einen Markt geschaffen, auf dem viel online verkauft wird, teils mit Anzahlung, bevor der Welpe überhaupt gesehen wurde. Genau hier sitzt das größte Risiko für die Tiere. Ein Welpe, der ohne Muttertier, ohne Impfpapiere und ohne Besuch bei der Zuchtstätte den Besitzer wechselt, kommt sehr oft aus Verhältnissen, die niemand unterstützen möchte.

Was Tierschutzorganisationen sagen

Tierrechtsorganisationen wie PETA raten grundsätzlich vom Kauf eines Maltipoos ab und verweisen auf Tierheime (7). Ihr Argument: Solange es eine zahlende Nachfrage nach Designerhunden gibt, gibt es auch Vermehrer, die sie bedienen. Jeder Kauf nimmt einem wartenden Hund den Platz weg. Diesen Einwand sollte man ernst nehmen, denn er beschreibt den Markt zutreffend.

Wir ziehen daraus eine etwas andere Konsequenz. Ein pauschales Kaufverbot hilft dem einzelnen Hund wenig, weil es die Menschen, die sich ohnehin für einen Maltipoo entschieden haben, nicht erreicht, sondern nur ausschließt. Wer sie stattdessen in die Lage versetzt, eine schlechte von einer guten Zucht zu unterscheiden, trocknet die Vermehrer dort aus, wo es wehtut, nämlich beim Umsatz. Und wer ohnehin offen ist, findet im Tierheim häufiger einen kleinen Doodle-Mischling, als er denkt.

Worauf du beim Welpen achten solltest

Weil dir kein Zuchtverband die Prüfung abnimmt, musst du beim Maltipoo selbst gründlich sein. Die gute Nachricht: Die entscheidenden Fragen sind einfach und ein seriöser Züchter beantwortet sie gern und unaufgefordert.

Besuche die Zuchtstätte und sieh dir das Muttertier zusammen mit den Welpen an. Lass dir die Gesundheitsuntersuchungen beider Elterntiere im Original zeigen, insbesondere zu Kniescheiben und Augen. Frage, welche Pudelvarietät eingesetzt wurde, denn davon hängt die spätere Größe ab. Ein guter Züchter gibt Welpen frühestens mit acht bis zehn Wochen ab, stellt Gegenfragen und hat kein Problem damit, wenn du dir Bedenkzeit nimmst. Wer dagegen zur schnellen Anzahlung drängt, mehrere Kreuzungen gleichzeitig anbietet oder mit Teacup-Größen wirbt, ist die falsche Adresse. Wenn du unsicher bist, ist auch der Blick ins Tierheim eine Überlegung wert. Kleine Mischlinge und Doodles landen dort häufiger, als man denkt.

Haltung und Pflege?

Ein Maltipoo braucht etwa eine Stunde Bewegung am Tag, viel Nähe zu seinen Menschen und deutlich mehr Fellpflege, als seine Größe vermuten lässt. Er ist anpassungsfähig und kommt in einer Stadtwohnung gut zurecht, solange er nicht stundenlang allein ist und geistig beschäftigt wird. Suchspiele, Tricks und leichte Trainingseinheiten passen gut zu seinem pfiffigen Kopf.

Bei der Pflege gilt: mehrmals wöchentlich bürsten, bis auf die Haut und nicht nur über die Oberfläche. Dazu kommen Krallen, Ohren und vor allem die Zähne, die bei kleinen Hunden schnell Probleme machen. Weil dem Maltipoo die Unterwolle fehlt, friert er im Winter schneller als andere Hunde. Ein Mantel bei Nässe und Kälte ist bei dieser Kreuzung kein Modeaccessoire, sondern sinnvoll.

Erziehung: Ist ein Maltipoo ein Anfängerhund?

Ein Maltipoo ist grundsätzlich anfängergeeignet, weil er lernwillig und menschenbezogen ist und sich durch seine Größe leicht handhaben lässt. Die typischen Fehler passieren nicht beim Training, sondern im Alltag. Kleine Hunde bekommen vieles durchgehen, was man einem großen nie erlauben würde. Genau daraus entstehen die Probleme: Bellen an der Tür, Ziehen an der Leine, Unsicherheit gegenüber fremden Menschen.

Behandle ihn deshalb wie einen Hund und nicht wie ein Kuscheltier. Klare Regeln von Anfang an, freundliche Konsequenz und positive Verstärkung passen perfekt zu seinem sensiblen Wesen. Härte ist bei dieser Kreuzung fehl am Platz, sie erzeugt nur Misstrauen. Wer die Grundlagen sauber aufbauen will, findet in unserem Ratgeber zur Hundeerziehung einen guten Einstieg. Für die Sozialisierung lohnt sich eine gute Hundeschule, gerade weil kleine Hunde im Alltag seltener auf Augenhöhe behandelt werden.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Maltipoo erbt die gesundheitlichen Veranlagungen beider Elternrassen, weshalb vor allem Gelenke, Augen und Zähne im Blick bleiben müssen. Bei sorgfältiger Zucht und guter Pflege wird er häufig 12 bis 15 Jahre alt. Die folgenden Punkte solltest du kennen, bevor du dich entscheidest.

Patellaluxation

Bei der Patellaluxation rutscht die Kniescheibe aus ihrer Führung, was Schmerzen verursacht und langfristig zu Arthrose führen kann. Sie ist bei kleinen Hunden häufig und kommt bei beiden Elternrassen vor. Betroffene Hunde hüpfen oft kurz auf drei Beinen und laufen dann normal weiter. Die Kniescheiben der Elterntiere sollten untersucht sein.

Progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt

Die PRA ist eine erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führen kann. Auch Katarakt, der Graue Star, tritt auf. Beide sind beim Pudel bekannt und lassen sich durch augenärztliche Untersuchungen der Elterntiere weitgehend vermeiden.

Zahn- und Kieferprobleme

Kleine Hunde haben dieselbe Zahnanzahl wie große, nur viel weniger Platz dafür. Die Folge sind Engstände, Zahnstein und früher Zahnverlust. Tägliche Zahnpflege und geeignete Kauartikel sind bei dieser Größe keine Kür.

Herzerkrankungen

Beide Elternrassen sind für Herzerkrankungen anfällig, weshalb das Herz bei jeder Vorsorgeuntersuchung abgehört gehört. Malteser und Zwergpudel gelten als prädisponiert für den persistierenden Ductus arteriosus, einen angeborenen Herzfehler, bei dem sich eine Gefäßverbindung nach der Geburt nicht schließt. Beim Zwergpudel ist dafür als bisher einziger Hunderasse eine genetische Ursache nachgewiesen. Hinzu kommt im Alter die Mitralklappenendokardiose, eine Verdickung der Herzklappe, die bei kleinen Rassen besonders häufig auftritt. Ein lautes Herzgeräusch beim Welpen ist ein Grund, sofort nachzuhaken.

Unterzuckerung bei sehr kleinen Hunden

Besonders sehr kleine Maltipoos neigen als Welpen zu Hypoglykämie, also zu Unterzuckerung, weil ihre Energiereserven winzig sind. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag beugen vor. Wer einen extrem kleinen Hund gezielt sucht, holt sich dieses Risiko bewusst ins Haus.

Was kostet ein Maltipoo?

Ein Maltipoo-Welpe kostet in Deutschland je nach Züchter und Region meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro, seriöse Zuchten liegen häufig am oberen Ende. Dazu kommen die laufenden Kosten, die bei diesem Hund höher liegen als bei vielen anderen Kleinhunden: Hundefriseur mehrmals im Jahr, Pflegezubehör, Futter, Versicherung, Steuer und Tierarzt.

Wichtig ist die Einordnung: Ein hoher Preis ist kein Beleg für gute Zucht. Er entsteht bei dieser Kreuzung vor allem durch Nachfrage. Umgekehrt sollte ein auffällig günstiges Angebot dich hellhörig machen, weil Gesundheitsuntersuchungen, gute Aufzucht und Zeit nun einmal Geld kosten. Der Preis sagt dir wenig, die Unterlagen sagen dir alles.

Ernährung

Ein Maltipoo braucht hochwertiges, gut verdauliches Futter in genau abgemessener Menge, verteilt auf mindestens zwei Mahlzeiten am Tag. Sein Magen ist klein, sein Energiebedarf überschaubar. Schon wenige Gramm zu viel machen sich bei einem Hund von fünf Kilo deutlich bemerkbar. Verrechne Leckerlis aus dem Training mit der Tagesration und wiege ihn regelmäßig.

Inhaltlich passt Futter mit hohem Fleischanteil und klarer Rezeptur. Getreide braucht er dafür nicht. Weil beide Elternrassen zu empfindlicher Haut und wählerischem Fressverhalten neigen können, ist eine übersichtliche Zutatenliste von Vorteil. In unserem Sortiment an getreidefreiem Trockenfutter findest du passende Rezepturen. Bei sehr kleinen Hunden hilft es, die Kroketten mit etwas warmem Wasser anzuweichen, was zugleich empfindliche Zähne schont.

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Für wen ist ein Maltipoo geeignet und für wen nicht?

Ein Maltipoo passt zu Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen, Freude an täglicher Fellpflege haben und einen kleinen, anhänglichen Begleiter suchen. Er eignet sich für Singles, Senioren und Familien mit älteren Kindern, die verstanden haben, dass auch ein kleiner Hund seine Ruhe braucht. Wer ihn mag, sollte sich auch die Elternrassen ansehen: Der Malteser und der Pudel sind als anerkannte Rassen mit geregelter Zucht die planbarere Wahl. Planbarer heißt allerdings nicht automatisch gesünder. Auch reinrassige Zwerg- und Toypudel bringen Anlagen für Patellaluxation, Augen- und Herzerkrankungen mit. Auch bei ihnen gilt: Je stärker auf Kleinheit gezüchtet wird, desto höher das Risiko. Der Unterschied liegt nicht in der Garantie, sondern darin, dass ein Verband Zuchtauflagen kontrolliert. Ähnliche Kreuzungen wie der Cavapoo oder der Labradoodle bringen dieselben Fragen mit.

Nicht geeignet ist er für Berufstätige mit langen Abwesenheiten, für Menschen ohne Zeit oder Budget für Fellpflege und für alle, die wegen einer Allergie einen Hund suchen. Und ganz klar: Wenn du einen möglichst winzigen Hund willst, ist der Maltipoo der falsche Weg. Diese Nachfrage ist genau der Grund, warum es Teacup-Zucht überhaupt gibt.

Häufige Fragen zum Maltipoo

Was sind die Nachteile von Maltipoos?

Die größten Nachteile des Maltipoos sind der hohe Pflegeaufwand für das verfilzungsanfällige Fell, die fehlende Zuchtkontrolle und die Unvorhersehbarkeit von Größe, Fell und Wesen. Weil er keiner anerkannten Rasse angehört, sind Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere freiwillig. Dazu kommen typische Kleinhundprobleme wie Patellaluxation und Zahnerkrankungen, eine ausgeprägte Menschenbezogenheit mit Neigung zu Trennungsstress sowie ein hoher Anschaffungspreis.

Wie teuer ist ein Maltipoo?

Ein Maltipoo-Welpe kostet in Deutschland meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro, bei besonders sorgfältigen Züchtern auch mehr. Hinzu kommen laufende Kosten für Futter, Hundesteuer, Versicherung, Tierarzt und mehrere Hundefriseurtermine im Jahr. Ein hoher Preis ist kein Beweis für gute Zucht, entscheidend sind die vorgelegten Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere.

Warum kein Maltipoo?

Gegen einen Maltipoo sprechen die fehlende Zuchtkontrolle, der aufwendige Fellunterhalt und die Tatsache, dass Größe, Fell und Charakter nicht planbar sind. Kritisch ist außerdem die Vermarktung: Der Hund wird oft als hypoallergen beworben, obwohl es keine hypoallergenen Hunde gibt. Die hohe Nachfrage begünstigt zusätzlich unkontrollierte Vermehrung und Online-Welpenhandel. Wer planbare Eigenschaften und geregelte Zucht möchte, ist mit einer anerkannten Rasse besser beraten.

Ist ein Maltipoo ein Anfängerhund?

Ja, der Maltipoo ist grundsätzlich für Anfänger geeignet. Er ist lernwillig und menschenbezogen und durch seine Größe leicht zu handhaben. Wichtig ist, ihn trotz seiner Größe wie einen richtigen Hund zu erziehen, ihn früh zu sozialisieren und die tägliche Fellpflege sowie das Alleinbleiben von Anfang an zu üben. Die größere Herausforderung liegt beim Maltipoo nicht in der Erziehung, sondern in der Suche nach einer verantwortungsvollen Zucht.

Bleibt die Wahrscheinlichkeit vom Anfang. Die 3.000 Euro sind nicht das Problem, wenn dahinter untersuchte Elterntiere, eine saubere Aufzucht und ein Züchter steht, der dich ausfragt statt umgekehrt. Sie sind ein Problem, wenn du dafür nur ein Aussehen bekommst, das sich in zwei Jahren als etwas anderes herausstellt. Der Maltipoo selbst ist ein liebenswerter kleiner Hund, der nichts dafür kann, wie um ihn herum gehandelt wird. Genau deshalb lohnt es sich, bei ihm besonders genau hinzuschauen.

Quellen

  1. Bryson, G. T.; O’Neill, D. G.; Brand, C. L.; Belshaw, Z.; Packer, R. M. A.: „The doodle dilemma: How the physical health of ‚Designer-crossbreed‘ Cockapoo, Labradoodle and Cavapoo dogs‘ compares to their purebred progenitor breeds“. PLOS ONE, Jahrgang 19, Heft 8, Artikel e0306350, 2024. journals.plos.org
  2. Nicholas, C. E.; Wegienka, G. R.; Havstad, S. L.; Zoratti, E. M.; Ownby, D. R.; Johnson, C. C.: „Dog allergen levels in homes with hypoallergenic compared with nonhypoallergenic dogs“. American Journal of Rhinology & Allergy, Jahrgang 25, Heft 4, Seite 252 bis 256, 2011. PubMed, PMID 21819763
  3. Australian Broadcasting Corporation (ABC Radio National): Interview mit Wally Conron im Podcast „Sum of All Parts“, September 2019.
  4. Tierschutzgesetz, Paragraf 11b (Verbot von Qualzüchtungen), in der geltenden Fassung. gesetze-im-internet.de
  5. Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht: „Gutachten zur Auslegung von Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen)“. Herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn, 2. Juni 1999, Kapitel 1.4.3 Zwergwuchs. PDF, Bundestierärztekammer
  6. Fédération Cynologique Internationale: FCI-Rassestandard Nr. 65 (Malteser) und Nr. 172 (Pudel), maßgeblich für die Angaben zu den Elternrassen.
  7. Hoger, Jana: „Warum Sie keinen Maltipoo kaufen sollten: Alle Infos zu Zucht und Handel mit ‚Pudelmischlingen'“. PETA Deutschland e. V., 11. Februar 2026. peta.de
  8. AniCura Deutschland, Wissensbank: „Persistierender Ductus arteriosus Botalli (PDA)“ und „Mitralklappenendokardiose“, zu den Rassedispositionen von Malteser und Zwergpudel. anicura.de

Alle Onlinequellen zuletzt abgerufen am 20. Juli 2026.

Autor Kathrin Trusic
Kathrin Trušnic

Hundeernährungsexpertin

Kathrin Trušnic ist zertifizierte Hundeernährungsberaterin und leitet bei Irish Pure die individuelle Ernährungsberatung. Mit über zehn Jahren Praxis erstellt sie wissenschaftlich fundierte Futterpläne nach den offiziellen europäischen Ernährungsleitlinien für Heimtiere (FEDIAF) – vom sensiblen Welpen bis zum Senior. Wenn du mehr über Kathrin erfahren möchtest, oder eine individuelle und kostenlose Ernährungsberatung erhalten willst, klicke hier.

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